Werner Galabau
10.10.2017 20:03 Alter: 9 days
Kategorie: Energie und Biomasse

Gute Noten für Lehrer beim Klimaschutz


Lehrer arbeiten ausschließlich vormittags und haben jede Menge Ferien – nur einige der Vorurteile, mit denen Pauker in Deutschland zu kämpfen haben. Zu Unrecht, sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online aus Berlin: „Viele Lehrer engagieren sich außerhalb des Unterrichts und setzen mit viel Einsatz und Leidenschaft großartige Projekte in ihrer Freizeit um – zum Beispiel zum Klimaschutz. Damit übernehmen sie eine wichtige Doppelfunktion: Zum einen tragen sie dazu bei, den hohen Energieverbrauch in Schulen zu senken. Gleichzeitig sensibilisieren sie Schüler schon früh für dieses wichtige Thema.“

Seit zehn Jahren richten co2online und das Bundesumweltministerium den bundesweiten Energiesparmeister-Wettbewerb für Schulen (www.energiesparmeister.de) aus. Pro Jahr bewerben sich bundesweit mehr als 200 Schulen. Zum internationalen Weltlehrertag der UNESCO stellt co2online drei Gewinnerprojekte der vergangenen Jahre und die dahinter stehenden Lehrer vor.

Hamburg – Thomas von Arps-Aubert, Berufliche Schule Uferstraße

Thomas von Arps-Aubert engagiert sich seit zwölf Jahren für Umwelt und Klimaschutz an seiner Schule. Anstoß gab das 50/50-Projekt, bei dem Schulen an ihren Erfolgen beim Energiesparen finanziell beteiligt werden. Gemeinsam mit dem Hausmeister regelte Arps-Aubert am Wochenende und in den Ferien die Heizungen herunter, tauschte defekte Teile aus und motivierte Schüler und Kollegen zum Energiesparen. „Wir haben errechnet, dass in unserer Schule an einem Wintertag Energiekosten in Höhe von 800 Euro anfallen – unfassbar! Diese Zahl nenne ich meinen Schülern immer, um zu zeigen, welches Sparpotenzial wir haben.“ Prämien von rund 25.000 Euro pro Jahr erzielt die Schule mittlerweile. Arps-Auberts Erfolgsrezept: „Für das klassische Energiesparen ist ein guter Draht zum Hausmeister wichtig. Für die pädagogischen Projekte braucht man eine gute Idee, viel Engagement und darf vor allem nicht auf die Zeit achten.“

Köln – Klaus Harnacke, Lessing-Gymnasium

„Als mir ein Schüler 1994 nach seinem Schüleraustausch vorschlug, eine Schule in einem Dorf in Mali zu bauen, hat mich sofort eine spontane Begeisterung gepackt, die mich seitdem nicht mehr losgelassen hat“, sagt Klaus Harnacke. Seitdem haben er und seine Schüler viel erreicht: Insgesamt vier Schulen und mehrere Solaranlagen und -brunnen in Mali konnte die Schul-AG bereits finanzieren. Bis zu 8.000 Euro jährlich wirft allein die schuleigene Solaranlage ab. Zusammen mit Geldern aus Spendenaktionen, Unterstützung von Eltern und eigenen Energieeinsparungen stehen rund 30.000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Das Projekt setzen Harnacke und seine Schüler komplett in ihrer Freizeit um: „Sich über den Unterricht hinaus zu engagieren und den Schülern etwas anzubieten, lohnt sich. Schließlich gibt es keinen besseren Bereich als die Schule: Ich bin ständig an Menschen dran, die sich entwickeln. So entwickle ich mich mit und profitiere selbst sehr.“

Prösen (Brandenburg) – Uta Süßmilch, Grundschule


Zusammen mit ihren Grundschülern stellt Uta Süßmilch jedes Jahr neue Projekte zum Klimaschutz auf die Beine: ob zur Abfallvermeidung, Luftverschmutzung oder zum klimafreundlichen Schulweg. „Um Themen wie den Klimaschutz voranzubringen, ist die Schule ein guter Raum. Hier erreicht man viele Menschen auf einmal: Lehrer, Schüler, ihre Eltern und manchmal sogar eine breitere Öffentlichkeit.“ In ihrem „Schüler-Bürger-Büro“ informierten die Grundschüler ihre Mitbürger im Rathaus übers Energiesparen. Mit dem Projekt gewannen die Prösener 2013 den Energiesparmeister-Titel für Brandenburg. Süßmilch: „Natürlich geht es mir bei den Projekten in erster Linie um den Wissenszuwachs und darum, den Kindern zu zeigen, wie wichtig unsere Umwelt und das Klima sind. Aber wenn wir dann bei einem Wettbewerb wie dem Energiesparmeister gewinnen, ist das der Lohn für unsere Mühen und die Schüler wissen: Das haben wir toll gemacht.“

Energiesparmeister-Wettbewerb: Bewerbungen ab Januar 2018 möglich


Schulen, die für den Klimaschutz aktiv sind, können sich ab Januar 2018 wieder beim bundesweiten Energiesparmeister-Wettbewerb für Schulen bewerben. Insgesamt winken Preise in Höhe von 50.000 Euro.

Informationen rund um Planung, Finanzierung und Bekanntmachung eines Klimaschutzprojekts bietet der Leitfaden „Klimaschutz im Klassenzimmer“ auf www.energiesparmeister.de/leitfaden.

cs/co2online/Perspektive-Mittelstand.de

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