Werner Galabau
09.10.2017 20:58 Alter: 10 days
Kategorie: Garten- und Landschaftsbau
Wandel im GaLaBau

Immer weniger Gartenbaubetriebe bei steigender Nutzfläche


Der technologische Fortschritt führt auch im Gartenbau zu einem tiefgreifenden Konsolidierungsprozess. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) ermittelt hat, hat sich die Zahl der Gartenbaubetriebe in Deutschland im Zeitraum 2010 bis 2016 massiv verringert. So gab es laut Gartenbauerhebung 2016 im vergangenen Jahr in Deutschland 27.200 im Anbau von Gartenbauerzeugnissen tätige Unternehmen. Im Jahr 2010 hatte die Landwirtschaftszählung noch 35.700 Gartenbaubetriebe in Deutschland ermittelt. Das ist ein Rückgang binnen von sechs Jahren um rund 24 Prozent. Gleichzeitig nahm im selben Zeitraum die gärtnerisch bewirtschaftete Nutzfläche um 2,5 Prozent beziehungsweise 5.600 Hektar auf  229.000 Hektar (2016) zu. Damit erhöhte sich die durchschnittlich bewirtschaftete gärtnerische Nutzfläche je Gartenbaubetrieb von 6,3 Hektar im Jahr 2010 auf 8,4 Hektar im Jahr 2016.  Als gärtnerische Nutzfläche werden Flächen bezeichnet, auf denen Gemüse, Obst, Blumen und Zierpflanzen, Baumschulerzeugnisse, Heil- und Gewürzpflanzen sowie Speisepilze angebaut werden.

Der überwiegende Teil der gärtnerisch bewirtschafteten Nutzfläche entfiel im Jahr 2016 mit 130.000 Hektar auf den Gemüseanbau (einschließlich Erdbeeren). Er machte damit 57 Prozent der gesamten gärtnerisch bewirtschafteten Nutzfläche in Deutschland aus. Das ist ein Zuwachs gegenüber dem Jahr 2010 um sieben Prozent (2010: 121.500 Hektar). Zweitgrößter Bereich im Gartenbau war mit einer genutzten Freilandfläche von rund 64.000 Hektar der Anbau von Baum- und Beerenobst (einschließlich Nüsse). Hier verringerte  sich die Nutzfläche gegenüber dem Jahr 2010 um ein Prozent. Dahinter folgten Freilandflächen für Baumschulkulturen mit 19.300 Hektar (-  8 % gegenüber 2010), Anbauflächen für Blumen und Zierpflanzen mit 7.300 Hektar (-  13 %) sowie Heil-, Duft-, und Gewürzpflanzen mit 7.100 Hektar (+ 4 %). Die restliche gärtnerische Nutzfläche von 1.200 Hektar verteilt sich auf Gartenbausämereien, Dauerkulturflächen unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen sowie Produktionsflächen für Speisepilze (+ 4 %).

98 Prozent der Gartenbauprodukte (225.000 Hektar) wurden im Freiland angebaut, die gärtnerische Nutzfläche in Gewächshäusern sowie unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen belief sich nur auf 4.100 Hektar.

Den größten Anteil an der gärtnerisch genutzten Fläche hatte mit 39.400 Hektar Niedersachsen. Das ist entspricht einem Anteil an der gesamten gärtnerisch bewirtschafteten Nutzfläche von 17,2 Prozent. An zweiter Stelle folgte Baden-Württemberg mit 38.900 Hektar (17,0 %), vor Nordrhein-Westfalen mit 36.500 Hektar (16,0 %) und Bayern mit 27.700 Hektar (12,1 %).

Hinsichtlich der Betriebsgrößenstruktur zeigt sich bei diesen bedeutenden Gartenbauländern jedoch ein sehr unterschiedliches Bild. Während Betriebe mit gärtnerischer Nutzfläche in Niedersachsen (2.800 Betriebe) und Nordrhein-Westfalen (3.300 Betriebe) über eine durchschnittliche gärtnerische Nutzfläche von 14,1 und 11,2 Hektar verfügen, umfasst die durchschnittliche gärtnerische Nutzfläche in Bayern (5.200 Betriebe) und Baden-Württemberg (8.400 Betriebe) nur 5,3 beziehungsweise 4,6 Hektar.

Regionale Schwerpunkte für den Obstanbau sind das Alte Land und der Bodenseeraum. Im Landkreis Pinneberg und im Ammerland dominieren die Baumschulen sowie am Niederrhein die Zierpflanzen.

cs/Destatis/Perspektive-Mittelstand.de

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